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Gehstörungen ernst nehmen



Eine gewisse Abnahme der Gehgeschwindigkeit hat keinen Krankheitswert. Es ist entscheidend zu untersuchen, ob sich daraus Probleme bei der Bewältigung des Alltags ergeben und ob die Neigung zu stürzen erhöht ist.

Krankheiten, die mit einer typischen Gehstörung einhergehen, sind z.B.:
  • die Parkinsonkrankheit: extrem kleine Schritte (Tippelschritte), nach vorn gebeugter Oberkörper, fehlendes Mitschwingen der Arme
  • die Peroneusparese (Lähmung des Fußhebernerven): Sie führt zum Steppergang, einige sprechen auch vom Storchengang: Der Patient kann den schlaff herabhängenden Fuß nicht abrollen und hebt ihn deshalb bei jedem Schritt - wie ein Storch - nach oben, um ein Stolpern zu verhindern
  • der Schlaganfall: Der Patient schwingt das gelähmte Bein beim Gehen halbkreisförmig nach außen, der gelähmte Arm ist angewinkelt an den Oberkörper gepresst (Wernicke-Mann-Gang).
Jede Veränderung an dem am normalen Gang beteiligten System kann zu einer Gangstörung führen - von verminderter Sehkraft, über verminderte Koordinationsfähigkeit bis hin zu Muskelschwäche. Je mehr Systeme betroffen sind, desto eher wird sich eine Gehstörung entwickeln.

Wenn die Gehstörung nicht sehr typisch oder ausgeprägt ist, wird sie häufig verkannt und fälschlicherweise als normale Alterserscheinung abgetan. Dabei wird vergessen, dass oft schon durch kleine Veränderungen (z.B. eine passende Brille) eine entscheidende Verbesserung des Ganges möglich ist. Außerdem können Menschen in jedem Alter ihre Ausdauer, Kraft und Koordination trainieren und verbessern. Wer diese Möglichkeiten nutzt, kann Stürze häufig vermeiden.
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