Zwei Hände
Obwohl eine typische Alterserkrankung, betrifft Parkinson auch immer öfter jüngere Menschen. Ursache ist letztendlich ein Mangel des Gehirnbotenstoffs Dopamin.
Computertomografie des Gehirns
Anfangs sind nur die Muskeln verspannt und die Hände ungeschickter. Später treten das typische Zittern auf, Haltungsänderung und Verdauungsstörungen.
Hand zeichnet Figuren aufs Papier
Die Krankheit ist zwar nicht heilbar, aber Verlauf und Symptome lassen sich mildern: mit speziellen Medikamenten, Physio-, Ergo- und Sprachtherapie.
Alter Mann fasst sich an die Stirn
Im Krankheitsverlauf können sich weitere körperliche und psychische Beschwerden entwickeln – vor allem Depressionen, Demenz und sexuelle Störungen.
Telefon mit großen Tasten
Wie lässt sich der Alltag mit Parkinson besser meistern? Tipps für Patienten und ihre Angehörigen. Dazu ein Test zur Parkinson-Früherkennung und wichtige Adressen.

Parkinson / Begleiterscheinungen

Parkinson - Zusätzliches Leiden lindern

Morbus Parkinson kann die Lebensqualität stark einschränken und die Psyche belasten. Häufig entwickelt sich deshalb eine Depression. Aber auch eine Demenz und Störungen der Sexualfunktion wie Libidoverlust und Impotenz können sich einstellen. Doch diese Begleiterkrankungen lassen sich mit den entsprechenden Medikamenten oft gut behandeln.

Im Überblick



Parkinson und Depression

Bis zu 70 Prozent aller Parkinson-Patienten entwickeln im Laufe ihrer Erkrankung eine Depression. Arzt und Angehörige sollten daher bei Betroffenen besonders auf die charakteristischen Anzeichen einer Depression achten.
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Symptome und Ursachen

Bis zu 70 % aller Parkinson-Kranken entwickeln im Verlauf ihrer Erkrankung eine Depression. Auch bei ihnen finden sich anfangs oftmals die klassischen Zeichen einer Depression: Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Verlust sozialer Kontakte. Einerseits kann die Depression beim Parkinson-Kranken durch die chemischen Veränderungen im Gehirn bedingt sein. Andererseits ist unabhängig davon das Auftreten einer Depression eine Reaktion auf die Krankheit selbst, denn durch die zum Teil starken körperlichen Einschränkungen empfinden die Erkrankten ihre Lebensqualität als herabgesetzt und können sich nur schwer damit abfinden.

Die Depression bei Parkinson-Kranken ist im Vergleich zu Depressionen bei z.B. psychiatrisch Kranken eher mild ausgeprägt. Es sind häufig zunächst ganz uncharakteristische Zeichen wie Appetitmangel, Gewichtsabnahme, Müdigkeit, Schlaflosigkeit oder auch nur Konzentrationsmangel, die ein Hinweis auf eine Depression sein können. Andere Zeichen wie Traurigkeit, Niedergeschlagenheit, innere Leere und Schuldgefühle weisen schon deutlicher auf eine Depression hin. Die Depression kann insgesamt an akinetische Phasen gebunden sein, oder aber auch unabhängig von der Bewegungseinschränkung chronisch oder phasenhaft auftreten. Bei schwerer Depression kann das gesamte Bild einer Demenz gleichen. Man spricht dann auch von einer Pseudodemenz, die sich nach Abklingen der Depression zurückbildet.

Symptome der Grunderkrankung wie die verarmte Mimik und die verlangsamten Bewegungen können eine depressive Stimmungslage vortäuschen. Symptome wie allgemeine Interesselosigkeit, Konzentrationsmangel und Verlangsamung können auch bei nichtdepressiven Parkinson-Kranken beobachtet werden.
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Behandlung

Wichtig ist in erster Linie, dass ein Parkinson-Kranker von seinen Angehörigen in seiner Traurigkeit ernst genommen wird und Zuwendung erfährt. So sollte er bei Depression verstärkt in das Familienleben einbezogen und keinesfalls alleine gelassen werden. In depressiven Phasen kann die Nahrungs- und Flüssigkeitsaufnahme gestört sein, deshalb muss sie gerade dann sorgfältig kontrolliert werden.

Medikamentös sollte die Parkinson-Therapie dann optimiert werden, wenn die Depression verstärkt in Phasen schlechter Beweglichkeit auftritt. Wenn die verbesserte Therapie dann greift, sollte sich normalerweise auch die Depression bessern.
Der MAO-B-Hemmer Selegilin hat eine schwache antidepressive Wirkung, die bei der Einstellung mit Parkinson-Medikamenten ausgenutzt werden kann. Mit MAO-A-Hemmern darf er nicht kombiniert werden. Insgesamt werden bei depressiven Parkinson-Kranken bevorzugt sogenannte selektive Serotonin-Wiederaufnahmehemmer (SSRI) oder auch MAO-A-Hemmer eingesetzt.

Grundsätzlich können die SSRI einfach dosiert werden und haben geringe Nebenwirkungen. Es kann sich allerdings bei diesen allein oder in Kombination mit MAO-A-Hemmern ein sogenanntes „Serotoninsyndrom" entwickeln. Die Erkrankten haben dann Wahrnehmungs- und Denkstörungen, Koordinationsstörungen, Schwitzen und Zittern und die Parkinson-Symptome können sich zusätzlich verschlechtern. Deshalb ist bei der Therapie mit SSRI eine strenge ärztliche Kontrolle ausgesprochen wichtig. Die Symptome verschwinden nach Absetzen der Medikamente wieder. Sind die Betroffenen antriebsschwach oder motorisch unruhig (agitiert), muss das bei der Therapie entsprechend berücksichtigt werden und die dagegen wirksamen Antidepressiva müssen eingesetzt werden.
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Parkinson und Demenz

Die Häufigkeit einer Demenz bei Parkinson-Kranken liegt bei 15–20%, wobei die Akinese der Parkinson-Kranken das Stellen dieser zusätzlichen Diagnose erschweren kann. Um die typische Parkinson-Symptomatik und die Demenz-Symptomatik so weit wie möglich voneinander abgrenzen zu können, ist es insbesondere wichtig, bei diesen Kranken mit der testpsychologischen Diagnostik zu arbeiten. Der Betroffene sollte zum Zeitpunkt der Diagnostik in einer Phase guter Beweglichkeit sein, damit das Testergebnis nicht durch die Parkinson-Symptome verschlechtert wird.

Bei Parkinson-Kranken beginnt die Demenz meist schleichend, ähnlich wie bei der Alzheimer-Demenz. Die Wahrnehmungs- und Denkstörungen lassen sich in sechs Stufen einteilen, bei denen man erst ab der vierten Stufe von einer Demenz spricht.

Wichtig ist, die demente von einer depressiven Störung abzugrenzen. Auch depressive Verstimmungen können das Denken und die Wahrnehmung beeinträchtigen und das Gedächtnis stören. Die Funktionseinbußen bilden sich aber nach Abklingen der Depression zurück.
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Behandlung

Die Demenz bei Morbus Parkinson wird sowohl medikamentös als auch nichtmedikamentös behandelt. Bestimmte Arzneien können allerdings andere Symptome der Parkinson-Erkrankung, wie das Zittern der Hände, verstärken.
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Medikamentöse Maßnahmen

  • Acethylcholinesterasehemmer (AChE-Hemmer) können bei Demenzkranken die kognitiven Defizite, aber auch Antrieb, Affekt und Kompetenz im Alltag bei leicht bis mittelschwer Erkrankten verbessern. Auch die motorische Leistung kann in manchen Fällen gebessert werden. Nebenwirkungen aller AChE-Hemmer sind Schwindel, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Unter dieser Behandlung kann sich vor allem der Tremor bei Parkinson-Patienten verstärken. Bei schwerer Demenz ist keine Besserung zu erwarten. Kalziumantagonisten können die kognitive Leistung verbessern.
  • Kalziumantagonisten können die kognitive Leistung verbessern.
  • Memantin wirkt insbesondere auf Antrieb und Psychomotorik.

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Nichtmedikamentöse Maßnahmen

  • Selbsterhaltungstherapie: Als nichtmedikamentöse Maßnahmen kommt diese Therapieform infrage. Ziel ist es, psychische Begleitsymptome zu lindern oder zu verhindern und vorhandene Kompetenzen länger zu bewahren. Das Bewusstsein der eigenen Identität soll möglichst lange aufrechterhalten werden. Dabei soll das Wissen über das eigene Selbst gestärkt werden: Dies bezieht sich auf die Stärkung des angegriffenen Selbst durch Aktivierung und Ansprache persönlicher Erinnerungen, Fähigkeiten, Empfindungen, Ziele und Werte. Zudem sollen die Betroffenen befriedigende Alltagsaktivitäten nahegelegt bekommen: Es wird erfragt, gesucht und erprobt, welche Aktivitäten dem bzw. der Erkrankten Freude machen, mit dem Ziel, das Spektrum solcher Aktivitäten zu erweitern. Beispiele sind Musik, Malen, körperliche Aktivitäten, Haus- und Gartenarbeit, Wandern, Vorlesen etc.
  • Orientierungshilfen: In der häuslichen Umgebung kann und sollte man den Betroffenen Orientierungshilfen geben, so kann z.B. der Gang zur Toilette gekennzeichnet, ein Nachtlicht angebracht werden, Gefahrenquellen entfernt und für genügend Bewegungsraum insgesamt gesorgt werden.

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Parkinson und sexuelle Störungen

Bei der Parkinson-Krankheit können Störungen der Sexualität in verschiedener Art und Weise auftreten. Die Sexualfunktionsstörungen können dabei rein organisch sein (50–80%), rein psychisch (15–30%) oder auch in Kombination auftreten. Insbesondere bei Männern kommt es häufiger zu einer erektilen Dysfunktion als zu einer Abnahme des Lustgefühls (Libido). Die Dauer der Parkinson-Krankheit scheint einen Einfluss auf die erektile Dysfunktion zu haben. Andererseits kann es bei der Parkinson-Krankheit zu einer gesteigerten Lust kommen. Sowohl die Parkinson-Medikamente wie Anticholinergika und MAO-B-Hemmer als auch Zusatzmedikamente gegen Begleiterkrankungen wie β-Rezeptoren-Blocker oder Antidepressiva können die Sexualfunktion bei Parkinson-Kranken stören.

Mehr über die Behandlung der erektilen Dysfunktion.

Auch haben der mögliche Speichelfluss, die Dyskinesien und auch die Blasenfunktionsstörungen Einfluss auf die sexuelle Aktivität. Diese körperlichen Einschränkungen können aber durchaus zu einer neuen, zärtlicheren Form der Sexualität bei Parkinson-Kranken führen.

Wichtig ist, dass die Partner miteinander reden und ihr Problem auch mit dem behandelnden Arzt besprechen, sich gegenseitig ihre Befürchtungen, Schwierigkeiten aber auch Wünsche mitteilen. Denn verschiedene Symptome der Parkinson-Krankheit führen dazu, dass die Betroffenen anders mit ihrer Sexualität umgehen müssen. Sexuelle Aktivitäten können weniger spontan stattfinden, müssen eher geplant werden, damit sie in Phasen guter Beweglichkeit erfolgen können.
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Alter Mann fasst sich an die Stirn
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Depressionen: Etwa 70 % aller Parkinson-Kranken entwickeln im Laufe der Erkrankung eine Depression. Sie äußert sich z.B. durch Antriebslosigkeit, Müdigkeit und Verlust der sozialen Kontakte.
Hand halten
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Zuwendung: Bei einer Depression ist es besonders wichtig , dass die Erkrankten von den Angehörigen in ihrer Traurigkeit ernst genommen und getröstet werden.
Hand malt mit Pinsel auf Leinwand
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Nichtmedikamentöse Maßnahmen bei Demenz: Bei einer Demenz ist es wichtig, dass der Erkrankte weiterhin Aktivitäten ausübt, die ihm Freude bereiten. Ein Beispiel hierfür ist Malen.