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Folgeerkrankungen bei Morbus Parkinson: Demenz



Die Häufigkeit einer Demenz bei Parkinson-Kranken liegt bei 15-20 Prozent, wobei die Akinese der Parkinson-Kranken das Stellen dieser zusätzlichen Diagnose erschweren kann. Um die typische Parkinson-Symptomatik und die Demenz-Symptomatik so weit wie möglich voneinander abgrenzen zu können, ist es insbesondere wichtig, bei diesen Kranken mit der testpsychologischen Diagnostik zu arbeiten. Der Betroffene sollte zum Zeitpunkt der Diagnostik in einer Phase guter Beweglichkeit sein, damit das Testergebnis nicht durch die Parkinson-Symptome verschlechtert wird.

Bei Parkinson-Kranken beginnt die Demenz meist schleichend, ähnlich wie bei der Alzheimer-Demenz. Die Wahrnehmungs- und Denkstörungen lassen sich in sechs Stufen einteilen, bei denen man erst ab der vierten Stufe von einer Demenz spricht.

Wichtig ist, die demente von einer depressiven Störung abzugrenzen. Auch depressive Verstimmungen können das Denken und die Wahrnehmung beeinträchtigen und das Gedächtnis stören. Die Funktionseinbußen bilden sich aber nach Abklingen der Depression zurück.

Medikamentöse Maßnahmen

  • Acethylcholinesterasehemmer (AChE-Hemmer) können bei Demenzkranken die kognitiven Defizite, aber auch Antrieb, Affekt und Kompetenz im Alltag bei leicht bis mittelschwer Erkrankten verbessern. Auch die motorische Leistung kann in manchen Fällen gebessert werden. Nebenwirkungen aller AChE-Hemmer sind Schwindel, Durchfall, Übelkeit und Erbrechen. Unter dieser Behandlung kann sich vor allem der Tremor bei Parkinson-Patienten verstärken. Bei schwerer Demenz ist keine Besserung zu erwarten.
  • Kalziumantagonisten können die kognitive Leistung verbessern.
  • Memantin wirkt insbesondere auf Antrieb und Psychomotorik.

Nichtmedikamentöse Maßnahmen

  • Selbsterhaltungstherapie: Als nichtmedikamentöse Maßnahmen kommt diese Therapieform in Frage. Ziel ist es, psychische Begleitsymptome zu lindern oder zu verhindern und vorhandene Kompetenzen länger zu bewahren. Das Bewusstsein der eigenen Identität soll möglichst lange aufrechterhalten werden. Dabei soll das Wissen über das eigene Selbst gestärkt werden: Dies bezieht sich auf die Stärkung des angegriffenen Selbst durch Aktivierung und Ansprache persönlicher Erinnerungen, Fähigkeiten, Empfindungen, Ziele und Werte. Zudem sollen die Betroffenen befriedigende Alltagsaktivitäten nahe gelegt bekommen: Es wird erfragt, gesucht und erprobt, welche Aktivitäten dem beziehungsweise der Erkrankten Freude machen, mit dem Ziel, das Spektrum solcher Aktivitäten zu erweitern. Beispiele sind Musik, Malen, körperliche Aktivitäten, Haus- und Gartenarbeit, Wandern oder Vorlesen.
  • Orientierungshilfen: In der häuslichen Umgebung kann und sollte man den Betroffenen Orientierungshilfen geben, so kann zum Beispiel der Gang zur Toilette gekennzeichnet werden, ein Nachtlicht angebracht werden, Gefahrenquellen entfernt und für genügend Bewegungsraum insgesamt gesorgt werden.

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